Die Hafenstadt Alanya liegt 135 km östlich von Antalya und zählt zu den beliebtesten Urlaubsorten am Mittelmeer. Das subtropische Klima, die malerische Lage vor der Kulisse des Taurusgebirges und die endlosen Sandstrände zwischen Incekum im Westen und Gazipaşa im Osten Alanyas, machen diese Region attraktiv. Die zweitgrößte Stadt der Provinz Antalya liegt am Fuße eines 250 m hohen Berges, der sich als Halbinsel aus dem Mittelmeer erhebt. Der Berg wird gekrönt von einer seldschukischen Zitadelle; unterhalb ist die aus seldschukischer und osmanischer Zeit stammende Altstadt angelegt. Zur westlichen Seite des Berges erstreckt sich der Kleopatra-Strand und zur östlichen der Keykubat-Strand, sowie der Yachthafen.
Ausgrabungsfunde aus der nahe Alanya gelegenen Kadinli-Höhle weisen Spuren sehr alter menschlicher Besiedlung um 20.000–17.000 v. Chr. auf. Der einstige Name Alanyas (Coracesium) wurde erstmals im 4. Jh. v. Chr., zurzeit persischer Herrschaft historisch erwähnt. Unter römischer Herrschaft fiel Coracesium in die Hände von Piraten, deren Führer im 2. Jh. v.Chr. auf dem Berg eine Burg erbauen ließ. Von Pompejus wenige Jahre später befreit, wurde das heutige Alanya dem römischen Reich einverleibt. Später machte Marc Antonius seiner Kleopatra die Stadt zum Geschenk. Anläßlich eines Besuches soll Antonius für Kleopatra einen Durchgang vom Burgberg zu einem von Felsen umgeben Strand eingerichtet haben. Der heutige Kleopatra-Strand erinnert an ihren Besuch. Bedeutung erlangte die Stadt erst unter seldschukischer Herrschaft. Sultan Alaaddin Keykubat I. erobert die Burg 1221 n. Chr. und baute sie zu einer Festung aus, bevor sie schließlich an das osmanische Reich fiel. Die bedeutendsten Bauwerke stammen aus dieser Zeit. Seit 1935 trägt die Stadt den Namen Alanya.
Der Burgberg von Alanya
Der Weg auf den bereits zu hellenistischer Zeit besiedelten Burgberg führt durch die engen Gassen der Altstadt, vorbei an alttürkischen Häusern und antiken Gebäuderesten. Die doppelten Burgmauern mit ihren mehr als 150 Türmen haben eine Länge von 6,5 km. Innerhalb der äußeren Burgmauern – im Norden – liegen die Überreste einer vom Seldschukenherrscher Alaaddin Keykubat erbauten Moschee und Karawanserei, sowie die Ruinen eines teilweise überdachten Bedesten (Basars). In der innere Festungsanlage (İç Kalesi) deuten die Gebäudereste einer byzantinischen Kirche aus dem 11. Jh. n. Chr. darauf hin, dass der Berg bereits vor dem Ausbau der Festung besiedelt war. Vom westlichen, etwa 250 m hoch gelegen Teil der Festung hat man einen schönen Ausblick auf den Golf von Antalya und die Küstenlandschaft Alanyas. Ebenfalls an der westlichen Seite des Burgberges befindet sich die Stelle von der Gefangene hinabgestürzt wurden. Sie wurden begnadet, wenn sie mit einem Steinwurf von hieraus das Meer trafen, ohne dass der Stein vorher einen Felsen berührte.
Seldschukische Schiffswerft (Tersane) Die seldschukische Werft aus dem Jahr 1227 beeindruckt durch ihre massive Architektur. In den fünf Hallen wurden einst Kriegs- und Handelsschiffe gebaut. Das Sultanwappen ist am Eingangstor noch gut sichtbar.
Roter Turm (Kızıl Kule) Der ikonische Rote Turm am Hafen wurde 1226 erbaut und ist das Wahrzeichen Alanyas. Mit seinen 33 Metern Höhe bietet er von der oberen Plattform eine herrliche Aussicht. Im Inneren befindet sich ein Ethnografisches Museum, das Einblicke in die seldschukische und osmanische Geschichte bietet.
Damlataş-Höhle Die Damlataş-Höhle, unweit des Stadtzentrums, ist bekannt für ihre heilende Luft, die besonders Asthmapatienten Erleichterung verschaffen soll. Stalaktiten und Stalagmiten, die über 15.000 Jahre alt sind, zieren diese beeindruckende Höhle. Die konstanten Temperaturen von 22–23 °C machen sie zu einem beliebten Ausflugsziel, vor allem im Sommer.
Piraten- und Phosphorhöhlen Bootstouren entlang der Küste führen zu verschiedenen Höhlen, darunter die Piratenhöhle, Asiklar-Höhle („Höhle der Verliebten“) und die Phosphorhöhle, die für ihr schimmerndes Wasser bekannt ist. Diese Höhlen bieten ein faszinierendes Naturerlebnis und einen Einblick in die lokale Geschichte als Rückzugsorte für Piraten.
Archäologisches Museum Alanya Das Museum präsentiert Artefakte aus der hellenistischen, römischen und byzantinischen Epoche sowie eine große Münzsammlung. Die ethnografische Abteilung zeigt traditionelle osmanische Kleidungsstücke, Waffen und Alltagsgegenstände.
Dim Höhle Etwa 12 km von Alanya entfernt liegt die Dim Höhle, eine faszinierende Tropfsteinhöhle, die über beeindruckende Stalaktiten und Stalagmiten verfügt. Die Höhle erstreckt sich über 360 Meter und enthält einen kleinen See. In der Nähe der Höhle gibt es Picknickplätze und Möglichkeiten für Rafting auf dem Dim-Fluss.
Alara Han und Alara Festung Etwa 35 km westlich von Alanya liegt die Karawanserei Alara Han, eine der größten entlang der Seidenstraße. Die Festung Alara, die auf einem steilen Hügel thront, ist ebenfalls einen Besuch wert und bietet eine atemberaubende Aussicht.
+ MEHR ANZEIGEN